Sie möchten in andere Umstände?

Dann bereiten Sie sich auf die neun wichtigsten Monate im Leben Ihres Kindes gut vor!

Fachkommentar: Mag. Pharm. Adelheid Tazreiter

Es ist der wohl schönste, außergewöhnlichste und gefühlvollste Moment im Leben einer Frau: der Augenblick, in dem sie ihrem Kind das Leben schenkt.

Von der Natur in weiser Voraussicht gesteuert, sind Schmerzen und Anstrengung zu diesem Zeitpunkt beinahe vergessen und das wunderbare Gefühl, jetzt Mutter zu sein, erfüllt den ganzen Körper, wenn sich das Baby das erste Mal anschmiegt. Auch wenn der Partner nicht dieselben Empfindungen haben kann, so ist doch gerade für moderne Väter das Miteinander-Erleben der Schwangerschaft und der Moment der Geburt des gemeinsamen Kindes ein tiefgreifendes emotionales Ereignis, bei dem sie gerne eingebunden sein möchten.

Anders als früher kann ein Paar den Zeitpunkt für die Familiengründung (oder -vergrößerung) heutzutage planen. Dank äußerst verlässlicher Verhütungsmethoden und der Pille danach kommt eine Schwangerschaft seltener überraschend oder gar ungewollt. Das eröffnet für den zukünftigen Erdenbürger neue Perspektiven: Mama und Papa in spe können sich gut vorbereiten auf Schwangerschaft und Familienleben und so dem Sprössling einen optimalen Start ermöglichen. Ab dem Moment der Verschmelzung von Eizelle und Spermium haben viele Faktoren Einfluss auf Wachstum und Gedeihen des kleinen Menschen – auch schon während der neun Monate im Mutterleib. Denn was mit dem Körper der Mutter geschieht, passiert auch mit dem Embryo. Deshalb ist eine gesunde Lebensweise der Mutter das Um und Auf für ein süßes, knuddeliges, wohlgenährtes und bestentwickeltes Baby.

Wenn Sie sich entschieden haben, schwanger werden zu wollen, sollten Sie einige Dinge vorab klären und in Ihrem Alltag auf Ihre Gesundheit achten. Wir haben dazu einige Tipps:

Ihr Arzt und Gynäkologe sind für Sie da

Vor einer Schwangerschaft sollten Sie abklären, ob Erbkrankheiten in Ihrer Familie oder der Ihres Partners vorkommen. Falls Sie selbst an einer chronischen Erkrankung leiden (Diabetes, Bluthochdruck, Epilepsie, Herzprobleme, Gerinnungsstörungen u.a), wird Sie Ihr Arzt entsprechend beraten, was Sie während der neun Monate beachten sollen.

HINWEIS
Manche Frauen entwickeln während der Schwangerschaft eine Form der Zuckerkrankheit, die danach wieder verschwindet – den so genannten Gestationsdiabetes. Risikofaktoren sind Übergewicht, Alter > 35, familiäre Vorbelastung, bestimmte Erkrankungen u.a.

Essentiell ist Ihr Wissen, welche Kinderkrankheiten Sie durchgemacht haben oder wogegen Sie geimpft sind. Im Falle von Unklarheiten, kann der Arzt eine Titer/Antikörpe-Bestimmung machen, um Gewissheit zu erlangen, wogegen Sie bereits immun sind und wogegen Sie sich gegebenenfalls impfen lassen müssen oder welche Dinge Sie unterlassen sollten, um sich nicht zu infizieren. Krankheiten, die für Mutter oder Kind in der Schwangerschaft gefährlich sind: Röteln, Toxoplasmose, Genital-Herpes, Masern, Windpocken, Keuchhusten, Hepatitis B u.a.

Ihr Gynäkologe ist Ihr erster Ansprechpartner, was alle Fragen rund um Fruchtbarkeit, Ablauf der Schwangerschaft und Geburt betrifft. Sicherheitshalber wird er einen Krebs-Abstrich machen und Sie genau untersuchen.

Auch eine zahnärztliche Kontrolle ist sehr zu empfehlen: falls eine größere Reparatur der Zähne oder ein Eingriff ansteht, sollte das unbedingt noch vor der Schwangerschaft gemacht werden.

HINWEIS
Beachten Sie bei der Einnahme von Medikamenten oder anderen Präparaten, ob diese für Schwangere und Stillende gut verträglich sind. Fragen Sie dazu uns ApothekerInnen oder Ihren Arzt. Auch der Beipackzettel enthält entsprechende Informationen.

Das Leben ist schön und wird noch schöner

Morgendliche Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung, Sodbrennen und andere unangenehme Begleiterscheinungen können die Vorfreude auf das kleine Wunder, das in Ihnen entsteht, zeitweise vergessen lassen. Manche werdende Mamis leiden sogar an schweren Schwangerschaftskomplikationen, die sie wochen- oder monatelang ans Bett fesseln. Um trotzdem das Schöne des Mutter-Werdens im Fokus behalten zu können, sollten Sie sich viele Zeitinseln schaffen, in denen Sie es sich gut gehen lassen und verwöhnt werden. Ihr Baby gedeiht besser, wenn Sie sich wohl fühlen.

STOPP Zigaretten und Alkohol

Schon wenn der Entschluss gefasst ist, für Nachwuchs zu sorgen, sollten beide Elternteile ab sofort möglichst gänzlich die Finger von Zigaretten lassen: Bei Männern, die rauchen, sinkt die Anzahl und die Beweglichkeit der Spermien und auch Frauen verringern ihre Fruchtbarkeit. Mütter, die während der Schwangerschaft rauchen, nehmen Entwicklungsstörungen ihres Kindes und das größere Risiko für eine Frühgeburt in Kauf. Eine einzelne Zigarette lässt Babys Herz 10 – 15 Schläge pro Minute schneller schlagen, damit es den Sauerstoffmangel kompensiert, der durch das Rauchen von Mama verursacht wird. Der Blutdruck des kleinen Wesens steigt, die schlechter durchblutete Plazenta kann das Ungeborene nicht optimal ernähren. Das Risiko eines späteren plötzlichen Säuglingstodes steigt bis zum siebenfachen (auch Passivrauchen führt zu einem höheren Risiko!).

Alkohol ist für das Ungeborene gefährlich und für viele Fehlbildungen verantwortlich. Daher sollte die zukünftige werdende Mama ab der Entscheidung für ein Kind am besten auf Alkohol komplett verzichten und sich alkoholfreie Cocktails oder ein 0%iges Bier gönnen! Alkohol und seine Abbauprodukte gelangen durch die Plazenta und wirken auch in kleinen Mengen wie ein Gift. Sie schädigen die kindlichen Zellen, besonders des Gehirns. Die betroffenen Kinder sind oft in ihrer geistigen Entwicklung beeinträchtigt.

Gesunde Mama – gesundes Baby

Bemühen Sie sich um körperliche Fitness: sportliche Frauen werden leichter schwanger, haben eine komplikationslosere Schwangerschaft und einfachere Geburt. Bewegung schafft Wohlbehagen, und das wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus. Muskeln und Kreislauf sind besser trainiert und die Belastungen der Schwangerschaft für den Körper leichter zu bewältigen.

Sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arbeitgeber, falls Sie am Arbeitsplatz speziellen Risken ausgesetzt sind (gesundheitsschädliche Lösungsmittel und Dämpfe, Nachtschichten, Handhabung gefährlicher Maschinen u.a.). Vielleicht lässt sich ja vorübergehend dieser Teil Ihrer Tätigkeit vermeiden.

Ernährung – nicht mehr, sondern besser!

Der Kalorienbedarf erhöht sich lediglich um ca. 300 kcal – das entspricht in etwa zwei Gläser Milch plus ein Apfel plus eine Banane. Die Zusammensetzung einer bedarfsgerechten Ernährung für Mutter und Embryo ändert sich jedoch deutlich. Eine Verdoppelung des Eiweißanteils und eine Erhöhung der Flüssigkeitsmenge ist der werdenden Mutter genauso anzuraten wie die vermehrte Aufnahme von jenen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, deren Bedarf in Schwangerschaft und Stillzeit steigt:

Folsäure (gehört zu den B-Vitaminen): ist maßgeblich am gesunden Aufbau des zentralen Nervensystems des Embryos beteiligt, welches sich schon in den ersten Wochen entwickelt. Idealerweise sollte die Frau ab drei Monaten vor der Schwangerschaft bis zum vierten Monat (mindestens) 400 Microgramm Folsäure täglich einnehmen. Bei einem Folsäuremangel können sogenannte Neuralrohr-Defekte („offener Rücken“) entstehen, die eine lebenslange Invalidität nach sich ziehen.

Vitamin A: Vitamin A benötigt besonderes Augenmerk, denn sowohl ein Überschuss als auch ein Mangel kann embryonales Gewebe schädigen. Daher ist es wichtig, genau die Menge Vitamin A zuzuführen, die auf die werdende Mutter abgestimmt ist. Die richtige Dosis finden Sie in einem Vitaminpräparat für Schwangerschaft und Stillzeit.

Omega-3-Fettsäuren: Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) haben einen positiven Einfluss auf die Gehirnentwicklung des Kindes. Sie sind zumeist in Vitaminpräparaten für die zweite Phase der Schwangerschaft enthalten.

Jod: ein Mangel führt zu Fehlentwicklungen des Kindes. In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Jod höher und liegt bei etwa 200 – 300 Microgramm, allerdings wird Jod auch über unser normales Speisesalz (jodiert) oder über die Nahrung aufgenommen. Veganer- und Raucherinnen sind oft unterversorgt. Bezüglich der individuellen Dosierung sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Weitere wichtige Nährstoffe: Vitamin-B-Komplex (Co-Enzyme bei vielen Stoffwechselvorgängen), Eisen (= zentraler Bestandteil von Blut), Kalzium (in erster Linie für Knochenaufbau bedeutsam), Zink (wichtig für Immunsystem und Stoffwechsel) u.a.

Der erhöhte Nährstoffbedarf der werdenden Mutter lässt sich idealerweise mit einer ausgewogenen, gesunden Kost decken, bestehend aus viel Obst und Gemüse, Fisch, magerem Fleisch, mageren Milchprodukten und hochwertigen Fetten. Alternativ bieten wir ApothekerInnen speziell zusammengesetzte, genau auf den Nährstoffbedarf von Mutter und Kind zugeschnittene Vitamin- und Mineralstoffpräparate an.

UND noch ein Tipp zum Abschluss

Wenn das Schwanger-Werden nicht gleich klappt, versuchen Sie ganz gelassen zu bleiben, denn Druck und Stress wirken sich auf den rein emotionalen Akt des „Liebe-Machens“ sehr negativ aus. Suchen Sie Ihren Gynäkologen auf und fragen Sie um Rat. Er wird vielleicht einige Tests für Sie und Ihren Partner empfehlen, um eine mögliche Einschränkung der Fruchtbarkeit festzustellen. Für Paare, die in Ihren Bemühungen, ein Kind zu bekommen länger erfolglos bleiben, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten ins ersehnte Babyglück. Eine gute Anlaufstelle für fachkundige Beratung sind Kinderwunschkliniken.